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Plattendirektdruck versus Fotodruck mit Kaschierung

Holger Bartholz

Plattendirektdruck versus Fotodruck mit Kaschierung

Direktdruck auf Dibond
TEN Collection Staffel 1 & 2 | Ausstellung fotoliaLAB in der Lychener Straße 75 in Berlin-Prenzlauer Berg. Direktdrucke auf Alu Dibond Verbundplatten

 

In den letzten Jahren hat der sogenannte Plattendirektdruck, beginnend in der normalen Werbetechnik, also in der Schilderherstellung, auch im Fotodruckbereich Einzug gehalten. Alle großen Fotodruckanbieter im Internet haben neben dem klassischen Fotodruck oder der Ausbelichtung auch einen Direktdruck auf Dibond, Acryl, Forex usw. im Angebot. Egal, ob Whitewall, Posterxxl, CEWE oder myposter, alle bieten so etwas an. Was hat es damit auf sich?

Im Vorfeld muss man wissen, dass dies zwei verschiedene Drucktechnologien innerhalb des Inkjetdruckes sind.

Fotodruck
Der auch von uns angewandte "klassische" Fotodruck (auch Pigmentdruck, Gicleedruck, Fineartprint) wird mit wasserbasierenden Pigmenttinten auf ein hochauflösend beschichtetes Papier gedruckt. Dabei kommt eine Druckauflösung der Druckköpfe von, je nach Drucksystem, bis zu 2880 x 1440 dpi zur Anwendung. Wichtig bei dieser Druckerauflösung ist allerdings, dass man die Größe der Tintentropfen, die durch die Druckkopfdüsen auf das Drucksubstrat "geschossen" werden, kennt. Im hochauflösenden Pigmentdruck sind diese bis zu 3,5 Picoliter klein. Je kleiner die Tintentropfen sind, desto feiner und druckpuntkfreier ist auch das Druckbild.

Dieses hochauflösend bedruckte Papier wird nach dem Druck rückseitig selbstklebend ausgerüstet und dann auf eine Trägerplatte, vornehmlich Alu Dibond-Verbundplatten, aufkaschiert (aufgezogen). Bei glatten Papieren und für eine sowohl höhere mechanische als auch bessere UV-Stabilität kann der Druck noch mit einer vorderseitigen Schutzfolie mit verschiedenen Glanzgraden veredelt werden. Dann kann man das Bild mit einem weichen Tuch sogar feucht abwischen.

Plattendirektdruck
Im Plattendirektdruck wird kein Papier, sondern, wie der Name schon sagt, die Trägerplatte direkt bedruckt. Das geschieht mit sogenannten uv-härtenden Tinten. Diese Druckfarben werden mittels UV-Trocknung ausgehärtet. Die Druckerauflösung beträgt bis zu 1440 dpi, was in Verbindung mit einer kleinen Tropfengröße, Sie erinnern sich, für eine gute und feine Auflösung ausreicht. Die kleinste Tropfengröße ist nach meinen aktuellen Kenntnissen mittlerweile bei 7 Picoliter, also immer noch doppelt so groß, wie im besten wasserbasierenden Pigmentdruck auf Epson- und Canondruckern. Man sieht im absoluten Nahbereich noch sehr kleine, feine Druckpunkte. Bei einem Betrachtungsabstand von mehr als 70 cm fällt das aber nicht ins Gewicht. Nachträgliches Aufkaschieren entfällt beim Plattendirektdruck logischerweise, so dass im Endeffekt ein recht günstiges Produkt entsteht.

Weitere Unterschiede: Glanzgrad, Farbraum und Druckqualität bei schwierigen Anwendungen
Während beim Fotodruck die Oberfläche des bedruckten Papiers bzw. die verwendete Schutzfolie den Glanzgrad des Druckes bestimmt, sind die uv-härtenden Tinten des Direktdruckes semimatt bis matt nach der Trocknung. Es gibt auch Plattendirektdrucker, bei denen man mittels Lampenwinkelveränderungen in der Trocknung den Glanzgrad des Druckbildes beeinflussen kann. Ein homogener Glanzgrad ist nur bei vollfarbig bedruckten Platten möglich, das heißt, es sollte keine unbedruckten Bereiche auf der Platte geben.

Der Farbraum eines guten Pigmentdruckers bzw. der Pigmenttinte ist im Vergleich zu den UV-Tinten der Plattendirektdrucker in Teilbereichen weitaus größer. Der Farbraum der meisten Direktdrucker entspricht in etwa dem einer Offsetdruckmaschine. Das ist im Prinzip schon ziemlich gut und reicht auch für viele Anwendungen.

UV-härtende Tinten tragen immer etwas auf, so dass man damit sogar eine Art Relief drucken kann. Wenn man einen Direktdrucker, der auch die Farb Weiß drucken kann, verwendet, ist es durchaus möglich, Weiß partiell zu unterdrucken und darauf erst die anderen Farben zu drucken. Dadurch kann man in der Tat ein haptisch und optisch plastisches Bild erstellen. Nachteil dieser interessanten Technologie ist allerdings, dass man ungewollt bei Streiflicht kein homogene glatte Oberfläche sieht, sondern bei viel verwendeter Farbe je nach Motiv ein etwas unebenes Druckbild erhält.

Homogene Vollflächen können im Direktdruck je nach verwendetem Drucker und Druckgeschwindigkeit bei gewissen Beleuchtungswinkeln eine leichte Streifigkeit aufweisen. Probleme können auch bei feinen Verläufen und bei Hauttönen auftreten, da diese aufgrund des kleineren Farbraumes zum Teil nur (aus fotografischer Sicht) unzureichend umsetzbar sind.

Fazit
Als Fazit bleibt zu sagen, dass der Fotodruck für fotografische Anwendungen nach wie vor State of the Art ist, dass aber der Direktdruck Boden gut gemacht hat und je nach Anspruch durchaus schon eine gute und vor allem preiswerte Alternative darstellen kann. Beim Druck auf Glas oder Holz dagegen hat der Direktdruck die Nase ganz klar vorn. Wer allerdings Wert auf einen großen Farbraum und feinste Druckqualität auf verschiedensten Papieren legt, sollte sich für den Pigmentdruck/klassischen Fotodruck oder die Ausbelichtung entscheiden.

Druckprobleme im Direktdruck
Streifiges Druckbild in den dunklen, homogenen Bereichen des Plattendirektdruckes.